Was ist Curly Girl Methode (CGM)

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Mit der Curly Girl Methode lernst du in wenigen Schritten, wie du deine natürlichen Locken oder Wellen mit der richtigen Technik und geeigneten Produkten pflegst und das beste aus ihnen rausholst. Die Curly Girl Methode ist eine Pflegeroutine, die die einen mehr und die anderen weniger streng ausführen. Sie geht zurück auf das Buch „Schöne Locken“ von Lorraine Massey, die die Curly Girl Methode erstmalig entwickelt hat.  Darin erklärt sie, worauf Menschen mit lockigen Haaren oder Afro-Haaren verzichten sollten: Hitze, chemische Stoffe, Beanspruchung, falsche Pflege…(das ist ein Teil der Curly Girl Methode). Besonders viel Wert wird außerdem auf die silikonfreie und sulfatfreie Pflege gelegt. (Conditioner ohne Silikone&Sulfate findest du hier. Sulfatfreie Shampoos findest du hier.)

Haartypen

Damit du die richtige Pflege für deine lockige Haare finden kannst, solltest du deine Locken zunächst einmal richtig kennenlernen. Als Curly Girl Haartypen gibt es:

 ​

  • Wellige Haare

  • Lockige Haare

  • Krause Haare

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Porosität der Haare

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Ein wichtiger Schritt, um die richtigen Lockenpflege-Produkte für beispielsweise die Curly Girl Methode zu finden, ist die Bestimmung der Haarporosität. Dadurch erfahrt ihr, welche Pflege und Pflegeprodukte eure Haare brauchen. Mit der Haarporosität wird der Zustand der Schuppenschicht der Haare (Haarkutikula) beschrieben. Sie bestimmt, wie viel Feuchtigkeit das Haar aufnehmen kann.

Je nachdem, wie weit diese geöffnet oder geschlossen ist, spricht man von:

  • Geringe Porosität: Die Schuppen sind ganz dicht am Haar, sodass Nährstoffe eingeschlossen werden.

  • Normale Porosität: Die Schuppen sind nur leicht geöffnet.

  • Hohe Porosität: Die Schuppen stehen weit ab und sind strapaziert, sodass schnell Feuchtigkeit eindringt und Nährstoffe schnell verlorengehen.

  • Gemischte Porosität: Gerade bei langen Haaren können unterschiedliche Porositäts-Typen auf dem Kopf auftreten. In den Spitzen kommt es häufiger zu einer hohen Porosität, während die Haare am Ansatz normale oder sogar geringe Porosität aufweisen.

Eigenschaften der Haarporositäts-Typen

 

Geringe Porosität

Normale Porosität

  • Gesund glänzendes Haar

  • Fühlt sich glatt an

  • Haare lassen sich schlecht stylen

  • Frisuren halten nicht

  • Lange Trockenzeit

  • Haaröl zieht nur langsam ein

  • Beim Haare färben nehmen sie schlecht Farbe an

  • Schneller Built-up-Effekt

  • Können sowohl glatt als auch lockig sein

  • Relativ gesundes Erscheinungsbild

  • Lassen sich gut stylen

  • Haben „Griff“

  • Sind relativ robust und reagieren schnell auf Pflegeprodukte

  • Nehmen beim Haare färben die Farbe gut auf

Hohe Porosität

  • Haare sehen trocken aus

  • Haare wirken teilweise aufgeladen

  • Reagieren sofort auf Feuchtigkeit

  • Kräuseln sich schnell und sind frizzy

  • Fühlen sich rau an

  • Brauchen viele Pflegeprodukte

Wie findest du die Porosität deiner Haare heraus?

Wassertest: 
Du benötigst ein Glas mit Wasser. Tauche ein paar Haarsträhnen in das Glas. Deine Haare müssen sauber und frei von Styling-Produkten sein. Jetzt ist es interessant, zu beobachten, wie sich Dein Haar nach zwei Minuten verhält. Sinkt es auf den Boden? Dann hast Du Haare mit hoher Porosität, denn Deine Haare haben sich schnell mit Wasser aufgesaugt. Halten sich Deine Haare hingegen über Wasser? Dann hast Du Haare mit geringer Porosität. Die Schuppenschicht ist geschlossen und dies bewirkt, dass das Wasser kaum in die Haarstruktur eindringen kann. Befindet sich Dein Haar in der Mitte des Glases, dann hast Du normale Porosität.

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Trockentest:

Die Zeit, die Haare benötigen, um vollständig trocken zu sein, kann die Haarporosität verraten. Je länger sie brauchen, desto geringer ist die Porosität. Wenn eure Locken schnell trocknen, sprich in ca. 1 bis 2 Stunden, dann haben sie eine hohe Porosität. Brauchen sie allerdings länger als 3 Stunden, ist von einer niedrigen Porosität auszugehen.

Berührungstest:
Nimm ein Haar zwischen Zeigefinger und Daumen. Wie fühlt sich Dein Haar an? Ist es rau? Dann ist die Porosität Deiner Haare wahrscheinlich hoch. Glatte sowie weiche Haare haben eine niedrige Porosität. Diese Methode ist leider nicht sehr zuverlässig und aussagekräftig. Diesen Test kannst Du wunderbar mit einem anderen Test kombinieren.

Wie bekommst du traumhafte Locken?

1. Final Wash

Zu Beginn solltest du deine Haare mit einem so genannten Clarifying Shampoo – einem Tiefenreinigenden Shampoo – waschen. Es enthält Tenside, welche die mit der Zeit angesammelten Ablagerungen im Haar

(z.B. Fett, Pflegeprodukt-Rückstände, Hautschuppen usw.) gründlich entfernt. Durch diesen Schritt werden deine Haare so „rein“, dass sie sich besser auf die neue Haarpflege-Methode einlassen werden. 

Die Haarwäsche mit dem Clarifying Shampoo solltest du alle paar Wochen wiederholen.

2. Waschen

Co-Wash: Bei der Curly Girl Methode verzichtest du auf die Haar-Reinigung mit einem Shampoo. Statt dessen wäschst du deine Locken ab jetzt nur noch mit einem Conditioner – dies nennt man Co-Wash. Dies ist zunächst einmal gewöhnungsbedürftig, weil du das gewohnte Schäumen beim Haare Waschen nicht mehr hast. Nach einer kurzen Gewöhnung wird dies jedoch schnell zur Gewohnheit werden. Co-Wash bedeutet Waschen mit Conditioner.

Low-Poo: Wenn du mit dem Co-Wash gar nicht zurecht kommst, kannst du die Low-Poo-Variante der Curly Girl Methode anwenden. Low-Poo bedeutet, dass du alle paar Tage eine mildes Shampoo zum Haare Waschen verwendest darfst. Das Shampoo muss mild sein und darf keine wasserunlöslichen Silikone beinhalten. Vor allem wenn du eher dünne Haare oder einen schnell fettenden Haar-Ansatz hast, ist diese Variante eine gute Wahl.

3. Pflegen

Nachdem du die Kopfhaut und Haare gereinigt hast, kannst du jetzt einen pflegenden Conditioner  im gesamten Haar auftragen, um deine Locken mit Nährstoffen zu versorgen. Bei der Wahl deines Conditioners ist es wichtig, zu wissen, was deine Haare benötigen. Das kannst du anhand des Porosity-Tests (den habe ich dir weiter oben gezeigt) und der Einstufung deiner Haare bei den Haartypen herausfinden. Der Conditioner sollte natürlich silikonfrei & sulfatfrei sein. Jetzt ist auch der richtige und einzige Zeitpunkt, um die Haare zu entwirren. (Nur mit einem grobzinkigen Kamm oder den Fingern). Niemals im trockenen Zustand! Du kannst auch ,,Squish to Condish Method,, verwenden. Es ist eine Methode, mit der du bei der Einarbeitung des Conditioners gleichzeitig deine Haare mit Feuchtigkeit versorgst.

1. Verteile Conditioner in deine Handinnenflächen und arbeite ihn von den Haarspitzen ausgehend pulsierend in Richtung des Haaransatzes in deine Haare ein. Wichtig: Bei dieser pulsierenden Bewegung sollten deine Haare richtig „Schmatzen“, sollte dies nicht der Fall sein, musst du sie mit mehr Wasser befeuchten.Lass ein wenig Wasser durch deine Haare laufen und arbeite den Conditioner damit weiter in deine Haare ein. Das Wasser kannst Du in einer Schüssel auffangen und in den folgenden Schritten wiederverwenden.

 

2. Du tränkst nun deine Haare (wieder über Kopf) mit dem Conditioner-Wasser, das du in der Schüssel aufgefangen hast.

3. Nun arbeitest du das Conditioner-Wasser wieder mit einer pulsierenden Bewegung in deine Haare ein.

4. Lass erneut Wasser über deine Haare laufen und knete es weiter ein.

 

Anschließend den Conditioner ausspülen. Du kannst deine Haare nach dem Einarbeiten des Conditioners mit so kaltem Wasser wie möglich durchspülen. Das verleiht deinen Haaren Extra-Glanz.

 

Solange die Haare noch nass sind, kannst du Leave-In Conditioner auftragen. Leave in Conditioner machen deine Haare super geschmeidig, sie werden mit Feuchtigkeit versorgt.

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4. Styling

Solange die Haare noch nass sind, kannst du Pflegeprodukte und Stylingprodukte für Locken wie Leave-in Conditioner oder Lockencreme auftragen. 

Knete die Produkte gut in die Locken ein, so erhältst du zusätzliche Definition. Die Haare sollten dabei klatschnass sein. Fange das Wasser immer wieder auf und knete es mit dem Produkt wieder in die Locken ein, indem du sie vorsichtig nach oben drückst.

Für die perfekte Definition der Locken wird bei der  Curly Girl Methode gerne Lockengel  genutzt. Dieses wird als letztes Produkt ins klatschnasse Haar eingeknetet – und zwar nicht zu sparsam. Lass Deine Haare trocknen und fass sie wenn möglich nicht an. Wenn das Gel getrocknet ist, hat sich der sogenannte Gelcast gebildet. Dieser ist hart und hat die Locken beim Trocknen in Form gehalten. Nun kannst du ihn vorsichtig auskneten.

4. Trocknen

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Curly Girls sollten die Haare auf keinen Fall mit Hitze trocknen, sondern eine der folgenden Methoden nutzen. Bei der sogenannten Plopping-Methode, die bei der Curly Girl Methode genutzt wird, um die Locken zu definieren, drückst du die Haare mithilfe eines Mikrofaser-Handtuchs, eines Haarturbans oder eines alten T-Shirts dicht an den Kopf. So lässt du sie eine Weile antrocknen und erhältst extra schöne Kringel.

Sollten du doch einmal zum Föhn greifen wollen, dann nutze auf jeden Fall einen Diffusor und stelle den Föhn so kalt wie möglich ein. Gerade wenn die Locken nicht so stark sind oder die Haare zu lang zum Ploppen, ist das kalte Föhnen mit dem Diffusor eine gute Alternative.